Friedenslicht 2015- "Jugendfeuerwehren zum Einsatz vor!"

Nordhausen. Es ist die einzige Flamme, welche die Feuerwehr nicht löscht. Schon eine Woche wartete das Friedenslicht, wohlbehütet von den Kameraden der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, auf die Aussendungsfeier am 20. Dezember auf dem Bahnhofsplatz.

19 Jugendfeuerwehren aus der Stadt und dem Landkreis waren gekommen, um das kleine Licht mit nach Hause zu nehmen und in ihren Orten und den Familien weiter zu verteilen. Stilecht mit Blaulicht und Martinshorn wurden die zwei Kerzenlaternen mit dem Friedenslicht vorgefahren. Man wollte ganz sicher gehen, dass wenigstens eine Flamme ankam.

Die Kreis-Jugendfeuerwehrwartin Manja Bernsdorf erinnerte an die lange Reise, die hinter dem Friedenlicht liegt. „Es wird in Israel entzündet, dann überwindet dieses kleine Licht Grenzen, wenn es in einer Stafette von Hand zu Hand weitergereicht wird. Es ist ein Symbol für den Frieden, das um die Welt geht“, sagte sie. Zuerst steckten die Vertreter der Jugendfeuerwehren ihre Kerzen an, dann gaben sie das Licht weiter an die zahlreichen Ehrengäste aus der Poltik, den Kirchen, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, Verbänden und Vereinen. Dass die Kinder ihre Kerzen vor der Heimfahrt wieder ausmachen mussten, weil eine brennende Flamme nicht in ein Feuerwehrauto gehört, machte ihnen aber nichts aus. Sie hatten schließlich Laternen, in denen es sicher transportiert werden konnte, und von denen man sich zu Hause dann ein neues Friedenslicht anzünden konnte.

Ursprünglich ist das Friedenslicht eine Aktion der Pfadfinder, weswegen auch die Gruppe der Nordhäuser „Grashüpfer“ bei der Verteilung mithalfen. In Nordhausen liegt die Aussendung des Lichtes aber seit sieben Jahren in der Hand der Jugendfeuerwehren. Die Bergwacht und das THW beteiligten sich mit ihren Jugendgruppen.

Oberbürgermeister Klaus Zeh sagte: „Das Licht ist ein Zeichen für das Gute in der Welt. Der Frieden ist etwas, für das man eintreten muss.“ Landrat Matthias Jendricke nutzte die Gelegenheit, den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren öffentlich für ihren Einsatz und das Engagement bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu danken.

Für die Kinder und Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Nordhausen-Mitte ging es zuerst auf den Hauptfriedhof. Dort warteten schon Mitglieder des Vereins „Trauer-Welten“ auf die Flamme. Am Grabfeld für Schmetterlingskinder hat der Verein aus Spendengeldern eine Leuchte errichten lassen. „Seit fünf Jahren werden nicht lebensfähige Kinder mit einem Gewicht von unter 500 Gramm hier bestattet, denn auch ihre Familien wünschen sich einen Ort, an dem sie trauern und sich erinnern können“, sagte der Vereinsvorsitzende Tobias Titulaer. Jugendfeuerwehrmitglied Kevin Höhnel durfte die Kerze mit seinem Friedenslicht anzünden. Anschließend konnte jeder seine eigene Kerze am Licht der Jugendfeuerwehr anzünden, was viele Trauernde auch taten, um sich das Weihnachtsfest ein wenig zu erhellen.

Quelle: Thüringer Allgemeine, 20.12.2015, Martin Wiethoff

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